PERSÖNLICHKEITSENTWICKLUNG

Übernehme die Verantwortung für dein Leben – Teil II

NEUE WEGE

Aurica im Sonnenuntergang am Falesia Beach in Portugal

Ich hatte sehr lange Angst davor, mich von der für mich ungesunden Situation, in der ich mich befand, zu befreien. Angst davor, Eigenverantwortung zu übernehmen, vielleicht als Verlierer zu gelten und Erwartungen nicht zu erfüllen.

Bis das Wasser dann zu heiß wurde und ich gesprungen bin. Ich wollte kein Frosch mehr sein!

Die Sache mit dem Mut

Da war ich nun - ohne Plan B - in meiner neu gewonnenen Freiheit. Was ein paar Wochen vorher unglaublich weit außerhalb meiner Komfortzone lag, fühlte sich plötzlich so gut an.

Viele Menschen haben mir im Nachhinein gesagt, dass sie es sehr mutig von mir finden diesen Weg gegangen zu sein und dass sie sich Selbiges nie trauen würden. Ich fand es auch immer mutig, wenn ich solche Geschichten von anderen Menschen gehört habe und hätte mir nie vorstellen können selber so zu handeln. Bis ich an dem Punkt war, an dem es keine andere Möglichkeit mehr gab als die Situation zu verlassen, um meinen Seelenfrieden wieder zu finden. Und genau ab dem Zeitpunkt gehörte da kein Mut mehr zu. Es war einfach die logische Konsequenz und genau richtig.

Ab dem Zeitpunkt war es mir auch völlig egal, was andere dazu sagen oder darüber denken. Nichts desto trotz war ich überrascht über die zum größten Teil positiven Reaktionen aus meinem Umfeld. Die Leute fanden es gut, dass ich Verantwortung für mein Leben übernommen habe, eine Konsequenz gezogen habe und endlich nicht mehr so depressiv und negativ war. Sie haben die Veränderung in mir direkt gesehen.

Die Kündigung war erst der Anfang

Die Kündigung war jedoch erst der Anfang des Weges zu mir selbst und der Beginn der Suche nach meinem Platz in der Welt. Das war mir zu dem Zeitpunkt allerdings noch gar nicht klar.

Was habe ich also gemacht, nachdem ich nun meinen Job an den Nagel gehängt hatte?

Zuerst musste ich mich selber aus dem tiefen Loch wieder herauskämpfen in dem ich in den letzten Monaten immer weiter versunken war. Von antriebslos zu voller Energie, Tatendrang und Lust auf Neues und das Leben.

Ich hatte zum Glück schon ein paar Monate vorher auf der Fair Friends Messe in Dortmund mit Elmar, dem Chef des Lernbauernhofs Schulte-Tigges, Kontakt aufgenommen. Für mich war klar, ich möchte weiterhin etwas mit Nachhaltigkeit machen. Eine Sache, die mir sehr am Herzen liegt, ist das Thema Nachhaltigkeitsbildung. Und so habe ich Elmar einfach ganz direkt angesprochen und ihm gesagt, dass ich vorhabe meinen Job zu kündigen, mich danach umzuorientieren und deshalb gerne ein Praktikum bei ihm als Bauernhofpädagogin machen möchte. Ein wenig Erfahrung in dem Bereich habe ich auch bereits mitgebracht, da ich eine ganze Weile bei einem Kinder- und Jugendbauernhof ehrenamtlich tätig war.

Und was soll ich sagen?! Elmar fand es spannend und hat mich gebeten, mich im Januar bei ihm zu melden.

Sonnenuntergang am Falesia Beach in Portugal

Gesagt, getan! Und ab Mitte März ging es dann los. Sechs Wochen Tiere versorgen, Zäune setzen, Kartoffelsaat vorbereiten und Kindergruppen betreuen. Es war eine tolle Zeit in einem großartigen Team.

Mein Fazit daraus: ich hätte total Lust in dem Bereich zu arbeiten. Zusätzlich möchte ich auch im strategischen Bereich tätig sein, also Planung und Entwicklung von Schulungsmaterial, Organisation etc. Nur „draußen sein“ konnte ich mir zu dem Zeitpunkt nicht vorstellen.

Im Juni 2017 habe ich dann durch Zufall einen Job als Assistentin der Geschäftsführung eines Betreuungsdienstleisters bekommen. Die Bekannte eines Bekannten brauchte jemanden und Schwupps, saß ich wieder im Büro. Wenn sich Türen öffnen, muss man manchmal einfach durchgehen. Es war für mich eine gute Option wieder Geld zu verdienen und trotzdem noch genug Zeit für meine persönlichen Projekte zu haben, da ich dort in Teilzeit arbeitete.
Aber es kam anders als anfänglich gedacht.

Der Job war ein absoluter Energiefresser und meine Negativspirale fing wieder an sich zu drehen. Es waren rückblickend spannende 9 Monate, in denen ich hauptsächlich wieder gelernt habe, wie ich nicht sein möchte, wie ich meine Lebenszeit nicht verbringen möchte, wie ich mich nicht behandeln lassen möchte. Scheinbar habe ich diese Erfahrung noch einmal dringend gebraucht.

Im Anschluss an den Job ging es für mich zwei Wochen in die Pyrenäen wo ich auf einem Bio-Bauernhof mitgearbeitet habe. Der Besitzer des Hofes war in meinem Alter und seine Lebensgeschichte, die so ganz anders war als meine eigene, hat mich sehr beeindruckt und inspiriert. Sein Schicksal hat in mir unglaublich viele Emotionen und Ängste - derer ich mir gar nicht bewusst war - zu Tage gefördert.

Diese Zeit hat mich noch mal sehr geprägt, mir noch mal mehr die Augen geöffnet und mir gezeigt, dass Träume wahr werden können, dass man Vertrauen in das Leben haben muss und das alles gut ist, wie es gerade ist. Zu dem Zeitpunkt habe ich das noch nicht selber gefühlt, es war noch weit weg für mich und so ganz hatte ich das nicht verstanden.

Ich habe ganz deutlich gesehen, dass ich noch nicht da bin, wo ich gerne sein möchte. Meine Reise zu mir selbst war lange noch nicht abgeschlossen (und wie ich heute weiß, wird sie es auch nie sein).

Alles hat seine Zeit

Wieder zurück habe ich mir Bücher besorgt, mich hingesetzt und viel gelesen, habe gefühlt und bin gewachsen. Eine sehr Tränenreiche Zeit, die ich so nicht erwartet habe. Ich war wieder ganz unten und wusste nicht wohin und wie ich eigentlich weiter machen möchte.

Aber alles hat seine Zeit und wann immer etwas passiert, es ist genau der richtige Zeitpunkt dafür.

Es ist schwierig neu zu denken, wenn du kein Umfeld hast, das ebenfalls anders denkt und dich darin unterstützt. Mir haben Bücher sowie Menschen bei YouTube oder in Social Media dabei geholfen, wobei klar ist, dass diese nicht als Ersatz für den persönlichen Austausch mit Gleichgesinnten dienen.

Die Frage wie es beruflich weiter gehen sollte ist für mich eine ganze Zeit in den Hintergrund gerückt. Ich musste erst weiter zu mir selbst finden, Dinge verarbeiten und meinen Frieden mit ihnen schließen, rausfinden, wer ich eigentlich bin/sein möchte - unabhängig von irgendeinem Job.

Groß denken habe ich mich aber irgendwie immer noch nicht getraut. Deshalb habe ich weiterhin im System nach einem Job für mich Ausschau gehalten.… es sollte kein reiner Bürojob sein, oder wenn dann, eine Teilzeit Stelle so dass ich genug Zeit für andere Projekte hätte. Nachhaltigkeit und Natur sollten sich im Job wiederfinden.

Eine Stelle auf einem Erlebnisbauernhof als Leitung der Bauernhofpädagogik hat mich total angesprochen und das Telefonat war sehr erfolgversprechend. Leider hat sich beim persönlichen Treffen das Versprochene nicht bestätigt. Und auch die Chemie mit meiner Gesprächspartnerin hat leider gar nicht gestimmt.

Okay, der Job war also nichts für mich.

Sonnenuntergang am Falesia Beach in Portugal

Plötzlich verschieben sich die Prioritäten erneut

Kurz danach ging es mir gesundheitlich nicht gut. Erst lag ich im Juni drei Wochen mit einer Rachenentzündung flach und einen Monat später wurde bei einer Routineuntersuchung ein Tumor bei mir diagnostiziert. Die Operation war dann im August gefolgt von sechs Wochen Krankenschein.

In der Zeit hatte ich andere Prioritäten als mich um einen neuen Job zu kümmern. Ich wollte erst mal wieder gesund werden.

Nach der OP habe ich eine weitere Stelle gefunden, die mich total interessiert hat. Es war eine Stelle im Büro eines Bio-Lieferservices. Bei dem Unternehmen habe ich schon lange die Stellenausschreibungen verfolgt, weil ich es richtig gut finde und gerne dafür gearbeitet hätte. Das Vorstellungsgespräch ist sehr gut gelaufen, die Sympathie hat sofort gestimmt. Kurz danach war ich dann zum Probearbeiten und Kennenlernen des Teams dort. Und ich bin direkt zu einem Kundenevent eingeladen worden. Alles schien gut zu laufen. Aber es sollte dann doch nicht sein. Da kann man nichts machen. Und wahrscheinlich ist es gut, dass es so gekommen ist.

Und mittendrin war da auch noch die Sache mit der Liebe… dazu gibt es dann noch mal einen eigenen Beitrag.

Und es kommt anders als man denkt

Jedenfalls hat sich dadurch noch mal einiges bezüglich eines neuen Jobs geändert. Nach erneutem Hinterfragen, was ich in diesem Moment möchte und was mir gut tun würde, habe ich mich in meinem Lieblingsoutdoorladen beworben und das hat dann auch völlig unkompliziert und schnell geklappt. Seit November letzten Jahres arbeite ich nun in Teilzeit im Verkauf. Eine Stelle, die ich mir vor ein paar Jahren nie hätte vorstellen können und die mir unerwartet viel Freude macht.

Ich habe jetzt wieder Spaß an der Arbeit, ein tolles Team und was das Beste ist, genug Zeit um meine persönlichen Ziele zu verfolgen. Ich habe meinen Seelenfrieden wieder. Ich ruhe in mir und mag mich wieder.

Mittelfristig möchte ich ein ortsunabhängiges Einkommen generieren, das mir ermöglicht mit Torsten gemeinsam zu reisen und unseren Traum, die Welt zu erkunden, zu leben.

Erfolg ist für mich kein Job oder eine steile Karriere. Erfolg bedeutet für mich, dass ich morgens gerne aufstehe und mit Freude in den Tag starte.

Was habe ich bisher gelernt?

Die letzten zweieinhalb Jahre waren so unglaublich wertvoll und wichtig für mich. Ich habe die Zeit genutzt, um den ganzen Seelenmüll anzugehen und auszumisten, der sich die vorherigen Jahre angesammelt hatte, habe meine Einstellung zum Leben überdacht und geändert.

Ich bin für mein Glück selber verantwortlich. Ich bin kein Opfer der äußeren Umstände. Das wirklich zu erkennen, hat lange gebraucht. Aber es ist so befreiend. Alles ist gut, genau so wie es ist. Ich kann es in dem Moment vielleicht noch nicht erkennen, aber wenn ich darauf zurück blicke wird es so sein. Darauf vertraue ich. Ich vertraue auch auf die Energie und die Kraft des Universums. Was ich gebe, kommt zu mir zurück.

go green - be wild

Aurica

4 thoughts on “Übernehme die Verantwortung für dein Leben – Teil II”

  1. So ein schöner Blog. Habe mich schon so drauf gefreut zu lesen wie deine Geschichte weitergeht. Es ist schön dich hier auf deinem Weg begleiten zu können. Mach weiter so. Du schreibst wirklich toll und bist eine große Inspiration. Freue mich auf die nächsten Einträge. Liebe Grüße

    1. Danke, du Liebe 💚 schön, dass du mich auf meinem Blog und auch bei Instagram begleitest!
      Es freut mich so sehr, dass dich meine Texte und Erfahrungen inspirieren. So ein schönes Kompliment.

      Ich wünsche dir einen tollen Abend!

      Liebe Grüße Aurica

  2. Liebe Aurica,
    Ich freue mich immer wieder von deinen Erfahrungen zu lesen. Du strahlst bei deinem Job so etwas positives aus, dass ich mich gar nicht vorstellen kann, dass du je etwas anderes getan hast!
    Für deinen Weg weiterhin viel Erfolg!
    Liebe Grüße Hannah

    1. Liebe Hannah,
      Das ist ja ein schönes Kompliment 💚 in den meisten Fällen macht mein Job mir auch wirklich Spaß!
      Ich hoffe, wir sehen uns bald mal wieder. ☺️
      Liebe Grüße Aurica

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